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Verwaltungs- und Gemeinkosten: Ein Leitfaden für den DACH-Raum

Verwaltungs- und Gemeinkosten: Ein Leitfaden für den DACH-Raum

Verwaltungs- und Gemeinkosten (englisch: General & Administrative Expenses, kurz G&A) sind die betrieblichen Kosten, die ein Unternehmen am Laufen halten — unabhängig von Produktion oder Vertrieb. Für Berater, Freelancer, Kleinunternehmer und Angestellte mit Spesenverantwortung in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die korrekte Erfassung dieser Kosten nicht nur eine Buchhaltungsaufgabe, sondern Grundlage für steuerliche Compliance und unternehmerische Kontrolle.

Betriebliche Gemeinkosten verstehen

Eine G&A-Ausgabe ist jeder Kostenpunkt, der das gesamte Unternehmen unterstützt — nicht eine einzelne, umsatzgenerierende Abteilung wie Produktion oder Vertrieb.

Für einen Unternehmensberater bei Roland Berger oder McKinsey ist der Flug zum Kunden in München ein direkter Projektaufwand. Das Abonnement für die Buchhaltungssoftware der Kanzlei ist hingegen ein Verwaltungskostenposten. Für einen Kleinunternehmer gehören die Materialkosten nicht zu G&A, das Gehalt der Büromanagerin jedoch schon.

Die korrekte Klassifizierung ist entscheidend für die Steuererklärung und die finanzielle Berichterstattung. Egal ob du in Wien, Zürich oder Hamburg sitzt — falsch zugeordnete Kosten verzerren die Gewinnermittlung und können bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt zu Problemen führen.

Warum die Trennung wichtig ist

Die saubere Kategorisierung von Verwaltungskosten gibt dir einen klaren Blick auf die operative Effizienz deines Unternehmens. Steigen die Verwaltungskosten, während der Umsatz stagniert? Das ist ein Warnsignal für ineffiziente Strukturen.

Für Selbstständige und Freiberufler in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet jeder Euro, der unnötig für Verwaltung ausgegeben wird, weniger Nettoeinkommen.

Verwaltungs- und Gemeinkosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unterhalb der Herstellungskosten (COGS) ausgewiesen. Die Differenz zwischen Bruttogewinn und G&A-Kosten ergibt das Betriebsergebnis — ein zentraler Indikator für die Profitabilität des Kerngeschäfts.

Typische Verwaltungskosten

  • Gehälter: Vergütung für Mitarbeitende außerhalb von Vertrieb und Produktion — Geschäftsführung, HR, Buchhaltung
  • Miete und Nebenkosten: Kosten für Büroräume, Strom, Wasser, Internet
  • Professionelle Dienstleistungen: Honorare für Rechtsanwälte, Steuerberater, IT-Beratung
  • Software und Abonnements: Unternehmensweite Software wie DATEV, lexoffice oder sevDesk
  • Versicherungen: Betriebshaftpflicht, Gebäudeversicherung, D&O-Versicherung

Wie sich G&A von anderen Kostenarten unterscheidet

Die zwei Bereiche, die am häufigsten mit Verwaltungskosten verwechselt werden, sind die Herstellungskosten (COGS) und die Vertriebskosten.

G&A vs. Herstellungskosten (COGS)

Die Frage ist simpel: Ist dieser Kostenpunkt direkt an die Herstellung deines Produkts oder die Erbringung deiner Dienstleistung gebunden? Wenn ja, sind es Herstellungskosten. Wenn die Kosten das gesamte Unternehmen unterstützen, sind es G&A.

  • COGS-Beispiel: Ein SaaS-Unternehmen zahlt für die Cloud-Server, auf denen die App für Kunden läuft — direkte Leistungserbringung.
  • G&A-Beispiel: Dasselbe Unternehmen zahlt für die Buchhaltungssoftware des Finance-Teams — unterstützt die gesamte Organisation.

G&A vs. Vertriebskosten

Vertriebskosten entstehen spezifisch durch die Kundenakquise und Vermarktung. Verwaltungskosten sind die Hintergrund-Betriebskosten, unabhängig von der Vertriebsaktivität.

Merke: Vertriebskosten sind nach außen gerichtet — Kunden gewinnen. Verwaltungskosten sind nach innen gerichtet — den Betrieb aufrechterhalten.

Das Gehalt eines Vertriebsmitarbeiters, der regelmäßig zwischen Frankfurt und Zürich pendelt, ist ein Vertriebskostenposten. Das Gehalt des CFO, der dessen Reisebudget genehmigt, ist G&A.

Die SG&A-Zusammenfassung

Kostenkategorie Definition Beispiele
Verwaltungskosten (G&A) Kosten für den gesamten Geschäftsbetrieb, nicht direkt an Produktion oder Vertrieb gebunden Geschäftsführergehalt, Büromiete, Steuerberatung, Buchhaltungssoftware
Herstellungskosten (COGS) Direkte Kosten für die Herstellung der Produkte oder Erbringung der Dienstleistungen Rohstoffe, Fertigungslöhne, Server-Hosting für SaaS
Vertriebskosten Kosten speziell für Marketing und Verkauf Provisionen, Werbekampagnen, Messeauftritte, Vertriebsgehälter

Verwaltungskosten in der Praxis

Die konkreten G&A-Kosten variieren erheblich zwischen Unternehmen. Ein Freelancer im Berliner Home-Office hat ein anderes Profil als ein Projektmanager bei einer Beratung in Wien.

Personal- und HR-Kosten

Für die meisten Unternehmen der größte Posten im Verwaltungsbudget:

  • Geschäftsführungs-Gehälter: Vergütung für C-Level und Senior Management
  • Verwaltungspersonal: Büromanager, Assistenz, Empfang
  • Finance & HR-Abteilungen: Buchhaltung, Lohnverrechnung, Personalwesen
  • Recruiting-Kosten: Gebühren für die Besetzung nicht-vertrieblicher Positionen

Büro und Betriebskosten

  • Miete und Leasing: Hauptsitz und weitere Verwaltungsbüros
  • Nebenkosten: Strom, Wasser, Heizung, Internet
  • Versicherungen: Betriebshaftpflicht, Gebäudeversicherung, D&O
  • Büromaterial: Druckerpapier bis Bürokaffee
  • Abschreibungen: Verteilung der Kosten für Büromöbel, Computer und Gebäude über die Nutzungsdauer — steuerlich relevant nach §7 EStG

Externe Dienstleistungen und Compliance

  • Rechtsberatung: Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht
  • Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung: Jahresabschluss, Steuererklärungen, Betriebsprüfungsvorbereitung
  • Unternehmensberatung: Strategie-, IT- oder Management-Berater

Diese Kosten sind selten optional. Sie sind entscheidend für Risikomanagement und regulatorische Compliance — besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit ihren hohen Anforderungen an Dokumentation und Berichterstattung.

Technologie und Software

  • Buchhaltungssoftware: DATEV, lexoffice, sevDesk, SAP
  • HR- und Lohnsysteme: Personio, SAGE, DATEV Lohn
  • Allgemeiner IT-Support: Helpdesk, Netzwerkwartung
  • Kommunikationstools: Microsoft 365, Slack, Zoom

Wie Verwaltungskosten die finanzielle Performance beeinflussen

Auf der Gewinn- und Verlustrechnung werden G&A-Kosten vom Bruttogewinn abgezogen, um das Betriebsergebnis (EBIT) zu ermitteln. Jeder Euro, der für Verwaltung ausgegeben wird, reduziert direkt diesen zentralen Profitabilitätsindikator.

Die G&A-Quote als KPI

Die G&A-Quote (Verwaltungskosten geteilt durch Gesamtumsatz) zeigt, welcher Anteil jedes verdienten Euro für Gemeinkosten aufgewendet wird.

Eine steigende G&A-Quote ist ein Warnsignal: Die Verwaltungskosten wachsen schneller als der Umsatz. Eine sinkende Quote deutet auf verbesserte Effizienz und finanzielle Disziplin hin.

Für Selbstständige in Deutschland oder Kleinunternehmer in Österreich und der Schweiz ist das nicht nur Theorie. Ein überteuertes Büro oder eine ungenutzte Software-Lizenz reduziert direkt das Nettoeinkommen. Wie sich kleinere Kosten summieren, zeigt unser Reisekosten-Rechner.

Der wirtschaftliche Kontext

Die Kontrolle von Verwaltungskosten wird immer wichtiger. Eine aktuelle Studie von The Hackett Group zeigt, dass SG&A-Kosten in Europa 11,5% des Umsatzes erreicht haben — der höchste Wert seit einem Jahrzehnt. Hybrides Arbeiten und Lieferkettenprobleme treiben diesen Trend.

Für Berater bedeutet jede Stunde, die in eine manuelle Spesenabrechnung fließt, eine Stunde weniger abrechenbare Kundenarbeit. Für Freelancer kann ein einzelner verblasster Thermobeleg mit einem bedeutenden Vorsteuerabzug Hunderte Euro kosten.

Steuerliche Aspekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die korrekte Erfassung von Verwaltungskosten hat direkte steuerliche Auswirkungen:

  • Betriebsausgabenabzug: Alle nachgewiesenen G&A-Kosten sind als Betriebsausgaben absetzbar (§4 Abs. 4 EStG)
  • Vorsteuerabzug: Bei korrekter Dokumentation nach §15 UStG kann die Umsatzsteuer auf Verwaltungskosten als Vorsteuer geltend gemacht werden
  • GoBD-Konformität: Digitale Belege müssen revisionssicher archiviert werden — §147 AO schreibt eine 10-jährige Aufbewahrungsfrist vor
  • Abschreibungen: Büroausstattung und IT werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben (AfA-Tabellen des BMF)

In Österreich gelten nach der BAO 7 Jahre Aufbewahrungspflicht, in der Schweiz 10 Jahre nach Art. 958f OR.

Diszipliniertes Tracking ist Pflicht

Ein Schuhkarton voller Belege macht es unmöglich, die G&A-Quote zu überwachen. Ein praktischer Workflow:

  1. Sofort erfassen: Beleg fotografieren mit einer App wie Bill.Dock — KI-Scanning mit 95%+ Genauigkeit, über 150 Währungen
  2. Korrekt kategorisieren: Jede Ausgabe als G&A, Herstellungskosten oder Vertriebskosten taggen
  3. Regelmäßig prüfen: Dashboard nutzen, um G&A-Ausgaben gegen Budget und Umsatz zu tracken
  4. Nahtlos exportieren: Reports als PDF, Excel oder CSV für den Steuerberater generieren

Nutze unseren MwSt-Rechner für schnelle Brutto-Netto-Umrechnungen und die Spesenabrechnung für konforme Reports.

Strategien zur Kontrolle von Verwaltungskosten

Erfassung und Reporting automatisieren

Manuelle Dateneingabe ist die Hauptquelle für Zeitverschwendung:

  • Sofortige digitale Erfassung: Belege direkt fotografieren — ob Taxibeleg in Tokio oder Hotelrechnung in Frankfurt
  • KI-gestützte Datenextraktion: Moderne Tools extrahieren Händler, Datum, Betrag und MwSt. automatisch
  • Automatische Kategorisierung: Regeln definieren, die Ausgaben automatisch den richtigen Kategorien zuordnen

Wiederkehrende Kosten regelmäßig prüfen

Viele Verwaltungskosten sind wiederkehrende Software-Abonnements oder Dienstleistungsverträge. Ohne regelmäßige Überprüfung zahlst du für Tools, die niemand mehr nutzt.

Eine vierteljährliche Prüfung aller Abonnements und Verträge ist eine einfache, effektive Maßnahme. Für jeden Posten fragen: „Liefert dieses Tool einen Nutzen, der die Kosten rechtfertigt?"

Ein Kleinunternehmer entdeckt vielleicht, dass er sowohl für ein Projektmanagement-Tool als auch für einen separaten Cloud-Speicher zahlt, obwohl eine Plattform beides kann. Größere Firmen finden bei einem Audit oft redundante Lizenzen. Enterprise-Tools wie SAP Concur sind für Einzelpersonen oft zu komplex — einfachere Alternativen wie Bill.Dock, Circula oder Papierkram sind oft besser geeignet.

Strategisches Outsourcing

Für Nicht-Kernfunktionen kann Outsourcing eine effektive Strategie sein:

  1. Buchhaltung und Lohnverrechnung: Ein externer Steuerberater ist für KMUs oft günstiger als ein internes Team
  2. IT-Support: Managed Service Provider statt Vollzeit-IT-Administrator
  3. HR-Funktionen: Benefits-Verwaltung und Compliance über Drittanbieter

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Auslagerung der Buchhaltung an Steuerkanzleien weit verbreitet. Die Integration mit DATEV macht den Datenaustausch nahtlos. Bill.Dock unterstützt den Export in DATEV-kompatiblen Formaten — ideal für die Zusammenarbeit mit deinem Steuerberater.

Häufig gestellte Fragen

Sind Marketing- und Werbekosten Verwaltungskosten?

Nein. Marketing und Werbung sind Vertriebskosten. Sie werden spezifisch für die Umsatzgenerierung aufgewendet. Verwaltungskosten betreffen den operativen Geschäftsbetrieb — Büromiete, Buchhaltungsgehälter, Rechtsberatung. Die Trennung auf der GuV gibt einen klareren Blick auf die Kostenstruktur.

Wie können Freelancer und KMUs ihre Verwaltungskosten tracken?

Am effektivsten mit einer Kombination aus Buchhaltungssoftware und einem dedizierten Spesenmanagement-Tool:

  1. Kategorien einrichten: Im Kontenrahmen (SKR03/SKR04) klare Kategorien wie „Software", „Beratungshonorare" oder „Bürobedarf" anlegen
  2. Belege sofort erfassen: Eine App wie Bill.Dock fotografiert Belege und extrahiert die Daten automatisch — DSGVO-konform auf EU-Servern in Frankfurt, mit Delegierten-Zugang für Steuerberater

Dieser digitale Ansatz ersetzt den Schuhkarton. Statt am Jahresende verblasste Belege zu sortieren, hast du Echtzeit-Daten. Das gibt dir einen klaren Blick auf deine Gemeinkosten und hilft, Einsparpotenziale zu identifizieren.

Was ist der Unterschied zwischen G&A und SG&A?

SG&A (Selling, General & Administrative) ist der Oberbegriff, der drei Kostenarten zusammenfasst:

  • Vertriebskosten (S): Gehälter des Sales-Teams, Werbung
  • Gemeinkosten (G): Büromiete, Nebenkosten
  • Verwaltungskosten (A): Geschäftsführergehalt, Rechtsberatung, Steuerberatung

G&A ist eine Teilmenge von SG&A. Manche Unternehmen weisen eine einzige SG&A-Zeile aus, andere trennen die Posten für bessere Transparenz.


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